Am 16. Februar 1918 erklärte Litauen seine Unabhängigkeit, die es nach blutigen Kämpfen gegen das bolschewistische Russland und die aus dem Westen einfallenden deutschen Truppen verteidigen konnte. Die junge Republik war von Beginn an von innenpolitischer Instabilität geprägt, die auf Spannungen zwischen unterschiedlichen politischen Strömungen zurückzuführen war. Die Wirtschaft blieb im Wesentlichen agrarisch geprägt, obwohl es Versuche zur Industrialisierung gab. Ziel der Landreformen war die Aufteilung großer Ländereien und die Verbesserung der Lage der Bauern. In der Außenpolitik versuchte Litauen, im Schatten der benachbarten Großmächte Polen, Deutschland und der Sowjetunion seine Neutralität zu wahren. Die Vilnius-Frage bzw. die Frage nach dem Status von Vilnius, das weiterhin zu Polen gehörte, war eine ständige Quelle der Spannungen zwischen den beiden Ländern. Der Militärputsch von 1926 führte zur autoritären Herrschaft von Antanas Smetona, die bis 1940 andauerte. Die Demokratie wurde schrittweise eingeschränkt und die Aktivitäten politischer Parteien unmöglich gemacht. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 wurde Litauen durch die Geheimklausel des Molotow-Ribbentrop-Pakts der sowjetischen Einflusssphäre unterstellt. Infolgedessen marschierte die Sowjetunion im Juni 1940 in das Land ein und annektierte Litauen nach einem betrügerischen Referendum, womit die Zeit der unabhängigen Republik endete.
Die Republik Litauen führte 1922, kurz nach der Unabhängigkeitserklärung 1918, ihre eigene Landeswährung, den Litas, ein. Gleichzeitig wurden republikeigene Münzen geprägt. Zwischen 1925 und 1940 wurden in Litauen folgende Münzenstückelungen geprägt: 1 Cent, 2 Centai, 5 Centai, 10 Centų, 20 Centų, 50 Centų, 1 Litas, 2 Litai, 5 Litai. Diese Münzen wurden aus verschiedenen Metallen wie Aluminium, Bronze, Neusilber und Silber hergestellt. Die Vorderseite der Münzen zeigte üblicherweise das Wappen der Republik Litauen, Vytis (einen gepanzerten Ritter, der auf einem weißen Pferd galoppiert), während die Rückseite den Nennwert und das Ausgabejahr enthielt, oft mit floralen Ornamenten verziert. Es ist erwähnenswert, dass es sich bei den 1936 und 1938 geprägten 5-Litas-Silbermünzen um besondere Gedenkmünzen handelte, die anlässlich des Todestages des Großfürsten von Litauen Vytautas Didysis (Vytautas der Große) geprägt wurden. Nach der sowjetischen Besetzung im Jahr 1940 wurde der Litas aus dem Verkehr gezogen und der sowjetische Rubel wurde zur offiziellen Währung Litauens.