Das Leben in den Niederlanden während der deutschen Besatzung (1940–1945) war äußerst schwierig und vielfältig. Die Besatzung hatte tiefgreifende Auswirkungen auf alle Aspekte der niederländischen Gesellschaft, vom täglichen Leben über die Wirtschaft und Politik bis hin zu Kultur und Widerstand. Im Mai 1940 marschierte die deutsche Armee rasch in die Niederlande ein. Besonders traumatisch war der Bombenangriff auf Rotterdam. Die königliche Familie floh nach London und gründete die niederländische Exilregierung. Arthur Seyß-Inquart wurde zum Reichskommissar ernannt und vertrat die deutsche Regierung. Es wurden Lebensmittelmarken und die Rationierung anderer Produkte eingeführt. Es kam zu schweren Engpässen bei fast allen Gütern, darunter Nahrungsmittel, Kleidung und Brennstoff. Die Deutschen verhängten eine strenge Zensur der Presse, des Rundfunks und anderer Medien. Das Land wurde von starker Nazi-Propaganda überschwemmt. Die Bewegungsfreiheit der Bürger wurde eingeschränkt und Ausgangssperren verhängt. Viele Niederländer wurden gezwungen, in Deutschland in der Rüstungsindustrie zu arbeiten. Verhaftungen, Razzien und Deportationen sorgten dafür, dass die Menschen in ständiger Angst lebten. Die Deutschen führten nach und nach antisemitische Gesetze und Vorschriften ein, die die jüdische Bevölkerung von der Gesellschaft isolierten. Sie machten das Tragen des gelben Sterns zur Pflicht. Juden wurden ihres Eigentums und ihrer Arbeitsplätze beraubt und ihre Freiheiten eingeschränkt. Mehr als 100.000 niederländische Juden wurden in Konzentrationslager deportiert, wo die meisten von ihnen ermordet wurden. Von allen besetzten westeuropäischen Ländern wurde in den Niederlanden der größte Anteil jüdischer Bevölkerung deportiert. Die niederländische Gesellschaft leistete verschiedene Formen des Widerstands gegen die deutsche Besatzung. Es wurden geheime Zeitungen und Flugblätter herausgegeben, die die Bevölkerung über die tatsächliche Lage und die Widerstandsaktivitäten informierten. Viele Niederländer versteckten Juden und andere Verfolgte vor den deutschen Behörden. Widerstandsgruppen führten Sabotageakte gegen die deutsche Infrastruktur durch. Einige sammelten Informationen für die Alliierten. Es kam zu mehreren großen Streiks gegen die Besatzung, wie etwa dem Streik im Februar 1941 in Amsterdam gegen die Deportation der Juden. Unglücklicherweise kollaborierte ein Teil der niederländischen Gesellschaft mit den deutschen Besatzern. Es gab diejenigen, die sich freiwillig zur deutschen Armee (Waffen-SS) meldeten. Einige wurden Mitglieder der NSDAP (NSB) und beteiligten sich aktiv an den Zielen der Besatzer. Im September 1944 begannen die Alliierten mit der Befreiung der Niederlande von Süden her. Die vollständige Befreiung der Niederlande erfolgte im Mai 1945 mit der deutschen Kapitulation.
Die Deutschen änderten während der Besatzung das niederländische Währungssystem, um es ihren eigenen Bedürfnissen und ihren Kriegsanstrengungen anzupassen. Die Währung der Niederlande war der Gulden, der auf einem Goldstandard basierte. Münzen wurden aus Silber, Nickel, Bronze und Kupfer geprägt. Die Banknoten wurden von der Nederlandsche Bank (Holland Bank) ausgegeben. Die Deutschen legten den Wechselkurs des Guldens an die Deutsche Reichsmark fest, wodurch die niederländische Wirtschaft unter deutschen Einfluss geriet. Die Invasoren führten neue Münzen ein, deren Material und Aussehen sich von den vorherigen unterschieden. Aufgrund der Kriegsanstrengungen herrschte ein Mangel an Silber und anderen Edelmetallen, sodass billigere Materialien wie Zink und Eisen verwendet wurden. Die neuen Münzen zeigten oft Symbole des Deutschen Reiches, obwohl diese in den Niederlanden seltener verwendet wurden als in anderen besetzten Gebieten. Während der Besatzungszeit kam es zur Inflation, was die Ausgabe kleinerer Münzen erforderlich machte. Die bisherigen niederländischen Münzen wurden nach und nach aus dem Verkehr gezogen. Auch im Bereich der Banknoten kam es zu Veränderungen, wenn auch vielleicht weniger drastisch als bei den Münzen. Die Nederlandsche Bank konnte zwar noch Banknoten ausgeben, doch auch hier war der deutsche Einfluss vorherrschend. Besonderheiten der Münzen während der Besatzungszeit: Sie bestanden hauptsächlich aus Zink (Zn) und Eisen (Fe), es gab aber auch Münzen aus Stahl. Die Prägung der bisherigen Edelmetallmünzen wurde eingestellt. Die Münzen trugen oft die Aufschrift „Nederland“, aber frühere niederländische Symbole (wie das Porträt von Königin Vilma) verschwanden oder erschienen in einer stärker stilisierten Form. Auch der deutsche Adler war auf einigen Münzen zu sehen, allerdings seltener. Es wurden Münzen unterschiedlichen Nennwerts ausgegeben, beispielsweise 1-, 5-, 10- und 25-Cent-Münzen. Nach dem Krieg stellten die Niederlande ihr vorheriges Währungssystem wieder her, was jedoch einige Zeit in Anspruch nahm. Die während der Besatzungszeit ausgegebenen Münzen wurden nach und nach aus dem Verkehr gezogen und durch Münzen ersetzt, die denen ähnelten, die vor dem Krieg ausgegeben wurden, oder durch Münzen mit völlig neuen Motiven.