Die Zeit des polnisch-litauischen Commonwealth von 1385 bis 1569 war eine Zeit der Personalunion zwischen den beiden Staaten. Es begann mit der Union von Kreva, nach der II. Der Großfürst von Litauen, Jagiellonen, heiratete die polnische Königin Hedwig I. und wurde zum König von Polen gekrönt. Diese Personalunion bestand mit mehreren Unterbrechungen bis zur Union von Lublin im Jahr 1569, in der die beiden Staaten zu einer engeren Realunion verschmolzen. Während dieser Zeit war die Außenpolitik der beiden Länder koordiniert und sie verfügten über eine gemeinsame Armee, ihre interne Verwaltung blieb jedoch getrennt.
Das Münzwesen der polnisch-litauischen Monarchie (1385–1569) stellt ein komplexes Bild dar, da die beiden Länder bis zur Union von Lublin (1569) unterschiedliche Währungssysteme hatten, obwohl es aufgrund der Personalunion zu einigen Überschneidungen und Interaktionen kam. Mit der Thronbesteigung der Jagiellonen-Dynastie kam es nicht unmittelbar zu einer Währungsunion. In Polen blieb das bisherige Währungssystem in Kraft, das auf dem Denar, dem Grosz und dem Krakauer Złoty basierte. Der Krakauer Złoty war noch keine tatsächlich geprägte Münze, sondern eine Rechnungseinheit, die normalerweise 48 Krakauer Gara entsprach. Wichtigste Münzen: Denar: Eine kleine Silbermünze, die Grundlage des Währungssystems. Garas (grossus cracoviensis): Eine Silbermünze mit höherem Wert, nach dem Vorbild des tschechischen Garas. Es war eine wichtige Handelsmünze. Zloty: Er fungierte als Rechnungseinheit, aber gegen Ende der Ära erschienen auch die ersten goldenen Zloty-Münzen. Krakau war die wichtigste königliche Münzstätte, aber es gab auch periodische oder lokale Münzstätten in anderen Städten (z. B. Malbork, Lublin, Posen). Litauen hatte sein eigenes Währungssystem, das sich vom polnischen unterschied. Die Grundlage des litauischen Währungssystems war der litauische Denar oder Pengas, der weniger wert war als der polnische Denar. Wichtigste Münzen: Pengas (Denár Litewski): Eine kleine Silbermünze. Garas Litewski: Eine Silbermünze ähnlich den polnischen Garas, aber mit anderem Gewicht und Wert. Półgrosz: Eine Münze im Wert von einem halben Penny. Vilnius war die bedeutendste Münzstätte Litauens, in der litauische Münzen geprägt wurden. Die Währungen der beiden Länder hatten unterschiedliche Werte. Der polnische Penny war im Allgemeinen wertvoller als der litauische Penny. Der Wechselkurs zwischen den beiden Währungen änderte sich je nach wirtschaftlicher und politischer Lage ständig. Der Handel zwischen den beiden Ländern erforderte den Austausch von Münzen, was die Wirtschaftsbeziehungen komplizierter machte. Obwohl es keine formelle Währungsunion gab, führten Personalunion und wirtschaftliche Interessen im Laufe der Zeit zur Konvergenz der Währungssysteme. Mitte des 16. Jahrhunderts entstand im Zuge der Vorbereitung der Union die Idee eines einheitlichen Währungssystems, doch auch diese wurde von der Lubliner Union nicht sofort umgesetzt.