Stockerau liegt in Niederösterreich, etwa 25 km nordwestlich von Wien. Die ersten Besiedlungen begannen um 791, hauptsächlich durch Holzfäller. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte 1012 unter dem Namen „Stoccaerouwe“, als die Einheimischen den irischen Pilger und Heiligen Koloman irrtümlich hinrichteten. Der Legende nach verweste sein Körper nicht und der Holunderbusch, an dem er gehängt wurde, trieb wieder aus – dies führte zu seiner Heiligsprechung. Die Pfarre wurde 1014 gegründet. 1465 verlieh Kaiser Friedrich III. der Siedlung das Marktrecht. 1514 verlieh Kaiser Maximilian I. Stockerau den Status einer Marktgemeinde sowie ein Wappen und ein Siegel. Das Wappen zeigt einen vertrockneten Baum, der nachwächst und auf die Legende des Heiligen Koloman verweist. Der charakteristische 88 Meter hohe Kirchturm der Stadt, der höchste Niederösterreichs, wurde zwischen 1722 und 1726 erbaut. Die Eröffnung der österreichischen Eisenbahnlinie zwischen Wien und Stockerau im Jahr 1841 löste eine bedeutende industrielle Entwicklung aus: Textil-, Kerzen-, Seifen-, Chemie- und Maschinenbaufabriken wurden hier angesiedelt. Seit 1964 finden jeden Sommer die Stockerauer Festspiele mit Theateraufführungen auf dem Platz vor der Kirche statt. In der Stadt befindet sich das Lenautheater, benannt nach dem romantischen Dichter Nikolaus Lenau, der hier im 19. Jahrhundert lebte und arbeitete. Der Auenhain der Stockerauer Au wurde 1994 zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Stadt beherbergt zahlreiche Museen und historische Gebäude wie das Kulturzentrum Belvedereschlössl, das Rathaus und das Kloster St. Koloman.
Stockerau, eine Großstadt in Niederösterreich, gehört nicht zu den klassischen Münzstätten wie Wien oder Graz. Während der Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg gab auch Stockerau 1919 sein eigenes Notgeld heraus, das heute als numismatische Raritäten gilt. Es wurden Banknoten im Wert von 20 und 50 Hellern ausgegeben. Diese waren neben dem Ortsnamen und der Jahreszahl (1919) oft mit lokalen Motiven verziert. Zweck des Geldes war es, die lokale Wirtschaft in Zeiten von Hyperinflation und Geldknappheit am Laufen zu halten. Notgeld war nicht nur ein wirtschaftliches Instrument, sondern auch ein Objekt von künstlerischem und historischem Wert. Heute sind sie bei Sammlern begehrte Stücke, insbesondere wenn sie in gutem Zustand erhalten sind.