Im späten 19. Jahrhundert dehnte Frankreich seinen Einfluss schrittweise auf Zentralafrika aus. Das Gebiet der heutigen Zentralafrikanischen Republik wurde 1905 offiziell eine französische Kolonie und Teil Französisch-Äquatorialafrikas. Während der Kolonialzeit entwickelte Frankreich ein wirtschaftliches und politisches System, das auf der Ausbeutung der lokalen Bevölkerung und der Gewinnung von Rohstoffen (z. B. Holz, Diamanten) beruhte. Am 13. August 1960 erlangte das Land die Unabhängigkeit von Frankreich und die Zentralafrikanische Republik wurde gegründet. Jean-Bédel Bokassa putschte 1965 an die Macht und krönte sich 1976 selbst zum Kaiser, wodurch das Zentralafrikanische Kaiserreich gegründet wurde. Frankreich half 1979, seine Herrschaft zu stürzen und die Republik wiederherzustellen. In Zeiten politischer Instabilität, beispielsweise nach Bokassas Sturz und anderen Staatsstreichen, leistete Frankreich mehrfach militärische Hilfe. Nach der Unabhängigkeit blieben die engen Wirtschaftsbeziehungen bestehen. Frankreich war lange Zeit der wichtigste Handelspartner, insbesondere im Export (Diamanten, Holz, Kaffee). Französisch bleibt die Amtssprache, und die frankophone Kultur dominiert weiterhin das Bildungswesen und die öffentliche Verwaltung. In den letzten Jahren hat Frankreichs Einfluss in der Region abgenommen, was teilweise auf die zunehmende russische Präsenz und den Abzug französischer Truppen zurückzuführen ist.
Das Münzwesen Frankreichs und der Zentralafrikanischen Republik ist ein besonders interessantes Beispiel dafür, wie der Einfluss der Kolonialvergangenheit in Wirtschaftssystemen fortwirkt. Die offizielle Währung der Zentralafrikanischen Republik ist der CFA-Franc (XAF), der von der Banque des États de l'Afrique Centrale (BEAC) ausgegeben wird. Der CFA-Franc war ursprünglich an den französischen Franc gekoppelt, ist heute aber zu einem festen Kurs von 1 Euro = 655,957 XAF an den Euro gekoppelt. CFA-Franc-Münzen und -Banknoten werden in Frankreich geprägt und sind an das französische Finanzsystem angebunden. Afrikanische Länder sind verpflichtet, 50 % ihrer Devisenreserven in der französischen Staatskasse zu halten. Numismatische Kuriositäten: So trägt beispielsweise die 100-Franc-Münze von 1971–1972 auf der Vorderseite die Aufschrift „REPUBLIQUE CENTRAFRICAINE“ und auf der Rückseite „BANQUE CENTRALE 100 FRANCS“. Die Münzen zeigen oft Tier- und Pflanzenmotive, die auf den natürlichen Reichtum des Landes verweisen. Das CFA-Franc-System wurde vielfach dafür kritisiert, dass es die Währungsunabhängigkeit afrikanischer Länder einschränkt. Frankreichs Einfluss in der Region nimmt ab und immer mehr Länder stellen den Nutzen der Finanzkooperation in Frage.