Die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ) wurde 1963 durch die Umbenennung der ehemaligen Föderativen Volksrepublik Jugoslawien gegründet. Unter der Führung von Josip Broz Tito errichteten sie unabhängig von den Sowjets ein einzigartiges sozialistisches System, bestehend aus sechs Republiken: Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Mazedonien. Das Land übernahm eine führende Rolle in der Bewegung der blockfreien Staaten, führte Wirtschaftsreformen durch und hielt an einem System der Arbeiterselbstverwaltung fest. Nach Titos Tod im Jahr 1980 verschärften sich die ethnischen und wirtschaftlichen Spannungen, bis Jugoslawien 1991/92 schließlich zerfiel und es zu blutigen Kriegen zwischen den Nachfolgestaaten kam.
Die Münzprägung Jugoslawiens zwischen 1963 und 1992 war ein Spiegelbild der wirtschaftlichen und politischen Geschichte der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ). Während dieser Zeit war der jugoslawische Dinar (YUD) die offizielle Währung und die Nationalbank Jugoslawiens (Narodna Banka Jugoslavije) gab Banknoten und Münzen aus. Ab 1963 geprägte Münzen bestanden üblicherweise aus einer Nickel-Kupfer-Legierung, Aluminium oder Bronze. Die Stückelungen waren wie folgt: Para: 1, 5, 10, 20, 50 Para (Münzen mit kleinerem Nennwert), Dinar: 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 Dinar (Münzen mit größerem Nennwert). Das Aussehen der Münzen änderte sich im Laufe der Jahre mehrmals, doch zeigten sie häufig jugoslawische Symbole wie den Stern, die Ähre und Berge. Darüber hinaus wurden zu verschiedenen Jubiläen und Anlässen Gedenkmünzen herausgegeben. Die Stückelung der Banknoten änderte sich im Laufe der Zeit je nach Wirtschaftslage erheblich, insbesondere aufgrund der hohen Inflation in den 1980er Jahren. Einige typische Stückelungen: 5, 10, 20, 50, 100, 500, 1000, 5000, 20000, 50000, 100000 Dinar. Auf den Banknoten waren häufig Abbildungen prominenter jugoslawischer Persönlichkeiten, Landschaften und historischer Ereignisse zu sehen. Im Jahr 1965 wurde eine umfassende Währungsreform durchgeführt, bei der ein neuer Dinar eingeführt wurde, der 100 alten Dinar entsprach. Damals wurden neue Münzen und Banknoten in Umlauf gebracht. Ende der 1980er Jahre erlebte Jugoslawien eine schwere Wirtschaftskrise, die zu einer Hyperinflation führte. Dies hatte zur Folge, dass Banknoten mit immer größeren Nennwerten ausgegeben werden mussten. Der Zerfall Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahre hatte gravierende Auswirkungen auf das Münzwesen. Die einzelnen Nachfolgestaaten begannen mit der Einführung eigener Währungen, wobei der jugoslawische Dinar in der verbleibenden Bundesrepublik Jugoslawien noch eine Zeit lang im Umlauf blieb.