Die Geschichte Äthiopiens seit 1991 ist von bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen geprägt. Im Mai 1991 stürzte das kommunistische Derg-Regime unter Mengistu Haile Mariam und eine Übergangsregierung wurde unter Führung der Revolutionären Demokratischen Volksfront Äthiopiens (EPRDF) gebildet. 1995 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die eine föderale, ethnisch basierte Republik begründete. In der Zeit nach 1991 erlebte Äthiopien eine Übergangsphase, in der ein Mehrparteiensystem entwickelt und demokratische Institutionen geschaffen wurden. Die EPRDF hat in der Politik eine dominierende Rolle gespielt und mehrere Wahlen gewonnen. Allerdings werden auch die Stimmen der Oppositionsparteien und der Zivilgesellschaft immer lauter. Äthiopiens Wirtschaft weist seit den 1990er Jahren ein deutliches Wachstum auf. Die Regierung führte Wirtschaftsreformen durch, deren Schwerpunkt auf der Entwicklung der Landwirtschaft, der Industrie und des Dienstleistungssektors lag. Armut und Ungleichheit stellten jedoch weiterhin ernste Probleme dar. Die äthiopische Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Veränderungen erfahren. Zwar hat es Verbesserungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich gegeben, doch lebt ein großer Teil der Bevölkerung noch immer in ländlichen Gebieten und ist mit schwierigen Bedingungen konfrontiert. Ethnische Spannungen und Konflikte haben zeitweise zu ernsthaften Problemen im Land geführt. Äthiopien hat eine aktive Rolle in der afrikanischen Politik gespielt und sich an der Lösung regionaler Konflikte beteiligt. Das Land ist Mitglied der Afrikanischen Union und anderer internationaler Organisationen.
Seit 1991, als Äthiopien noch die Bezeichnung Demokratische Bundesrepublik Äthiopien trug, hat das Land viele Veränderungen in seiner Finanzpolitik und seiner wirtschaftlichen Lage erlebt. Zu Beginn der 1990er Jahre waren die wirtschaftliche Stabilisierung und Reformen des Finanzsystems von entscheidender Bedeutung.