Dschibuti, ein kleines, aber strategisch wichtiges Land am Horn von Afrika, stand bis Ende der 1960er Jahre unter französischer Kolonialherrschaft. In der Zeit zwischen 1967 und 1977 bewegte sich das Gebiet schrittweise in Richtung Unabhängigkeit, während viele interne und externe Faktoren sein soziales, wirtschaftliches und politisches Leben prägten. Unter der französischen Kolonialherrschaft diente Dschibutis Wirtschaft in erster Linie den französischen Interessen. Der Hafen und die Eisenbahn spielten eine wichtige Rolle im Handel der Region, brachten der örtlichen Bevölkerung jedoch kaum Nutzen. In den 1960er Jahren wurden die Unabhängigkeitsbestrebungen stärker, die lokale politische Elite und ein erheblicher Teil der Bevölkerung unterstützten auch die Gründung eines eigenen Staates. Während des Kalten Krieges erlangte Dschibuti eine enorme geopolitische Lage. Das strategisch günstig gelegene Land befand sich im Konfliktpunkt zwischen sowjetischen und amerikanischen Interessen. Die Sowjets unterstützten die lokalen Unabhängigkeitsbewegungen, während Frankreich versuchte, seinen Einfluss in der Region aufrechtzuerhalten. Anfang der 1970er Jahre erkannte die französische Regierung, dass die Situation in Dschibuti unhaltbar war. Aufgrund des zunehmenden internen Drucks und internationaler Veränderungen begannen Unabhängigkeitsverhandlungen. Dschibuti wurde am 27. Juni 1977 offiziell ein unabhängiger Staat. Nach der Unabhängigkeit stand Dschibuti vor vielen Herausforderungen. Das koloniale Erbe, die wirtschaftliche Abhängigkeit und die politische Instabilität behinderten die Entwicklung des Landes. Territorialstreitigkeiten mit Nachbarländern erschwerten die Situation zusätzlich.
Das französische Überseegebiet Dschibuti (1967–1977). Während der französischen Kolonialzeit verwendete Dschibuti den französischen Franc. Diese Währung war die Grundlage des Finanzsystems der Region. Das Finanzsystem der Region war eng mit dem Frankreichs verflochten, sodass die Entscheidungen über die Münzprägung weitgehend von den französischen Behörden abhingen. Dschibuti erlangte 1977 seine Unabhängigkeit und führte seine eigene Währung ein, den Dschibuti-Franc.